Archiv « [Gruppe ISKRA] ::: Die Vernichtung des Nazismus mit all seinen Wurzeln ist unsere Losung.

Archiv der Kategorie 'Frankfurt (Oder)'

Global Progress gegen Rassismus

(iskra) Vor gut einem Jahr gründete sich in Frankfurt (Oder) eine Initiative, die sich zum Ziel gesetzt hat, etwas gegen den alltäglichen Rassismus in unserer Stadt zu tun. Seien es die schlechten Lebensverhältnisse von Flüchtlingen im Heim, seien es verbale oder tätliche Angriffe durch Neonazis oder behördliche Diskriminierung.
Es entstand eine Videodokumentation, bei der Asylbewerber_innen aus Frankfurt(Oder) sowie weitere Bürger_innen der Stadt und ein Anwalt zu Wort kommen. Ziel dieses Films ist es, aufzuklären über rassistische Zustände mitten in unserer Gesellschaft und zu animieren, sich gegen diese Zustände einzusetzen. Bei der Veröffentlichungveranstaltung wird nicht nur die Dokumentation erstmalig öffentlich vorgeführt, sondern im Anschluss wird es auch eine Diskussion zur Thematik geben, an der rege Beteiligung gewünscht ist.

Hiermit laden wir Sie/euch recht herzlich zu dieser Veranstaltung am Mittwoch, den 25. Juni 2008, um 19:00 Uhr in Hörsaal 02 der Europa- Universität Viadrina, Gräfin- Dönhoff- Gebäude ein. Auch bitten wir um die Weiterleitung dieser Einladung an mögliche Interessierte.

Falls Sie/ihr verhindert sein sollten/solltet, kann eine DVD über „progress-ffo@web.de“ gern kostenlos bestellt werden.
Auf der Website www.global-progress.org kann der Film online angeschaut oder auch heruntergeladen werden.

Mit freundlichen Grüßen – Gruppe Progress

Stolpersteine für Frankfurt (Oder)

MargareteB(iskra) Eine besondere Form der Gedenkkultur an die Opfer des Nationalsozialismus ist die Verlegung sogenannter Stolpersteine. Dabei handelt es sich um Gedenktafeln, die in den Gehweg vor ehemaligen Wohnorten der Ermordeten eingelassen werden. Das Projekt ist von dem Künstler Gunter Demnig initialisiert. In bereits über 300 Orten in Deutschland sowie in Österreich, Ungarn und in den Niederlanden wurden seit 1992 Stolpersteine verlegt. In Frankfurt befinden sich bereits 14 solcher Steine, weitere folgen im September diesen Jahres.
Auf den Gedenktafeln befindet sich neben Name und Geburtstag auch das Todesdatum, falls dieses zu ermitteln war. Denn oft gibt es nur vage Hinweise auf das genaue Schicksal der Menschen. Fest steht nur, dass sie nicht überlebt haben.

So ist es auch bei Margarete (geb. 1900) und Max (geb. 1889) Berlowitz. Beide wohnten zusammen mit Margaretes Mutter Frida Rau (geb. 1874 mit Namen Lemchen), in der Bergstraße 17 (heute ebenfalls Bergstraße 17). Sie besaßen in Frankfurt (Oder) in der Schmiedegasse 10/11 (heute befindet sich in diesem Bereich die Lenné- Passage) das erste Reformhaus. 1924 kam ihr erster Sohn Eugen zur Welt, 1927 folgte Julius. Beide Söhne emigrierten als Jugendliche aus Deutschland, Eugen nach Schweden und Julius über Italien nach Palästina. Ersterer verstarb 1992; Julius lebt heute in Tel Aviv, Israel.

Über den Verbleib von Maragrete und Max Berlowitz sowie Frida Rau ist nur bekannt, dass sie 1942 in das Generalgouvernement (heute Polen) deportiert wurden. Sie wurden wegen ihrer jüdischen Herkunft verfolgt und umgebracht. Die Erinnerung an sie wachzuhalten, ist das Ziel des Projekts Stolpersteine. „Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist.“ (Gunter Demnig)

Die Iskra übernimmt die Patenschaft für den Stolperstein von Margarete Berlowitz.

Weitere Informationen über das Projekt Stolpersteine sind hier zu finden, über Stolpersteine in Frankfurt (Oder) hier.

„Sport frei!“ & „Sieg Heil“ – Schauriges über deutschen Fußballjubel

(NY) Nach dem Gruppenspiel der Fußball-EM zwischen Polen und Deutschland wurde eindrucksvoll das öffentlich zur Schau gestellt, was aufmerksamen Kritiker_innen schön längst bekannt war: Die Fußball-EM ist mehr als Sport und wird von einem Teil der deutschen Fans als Kampf unter Nationen verstanden. Dass dieser Nationalismus offen ausgetragen wird, zeigen nicht nur die Hooligan-Aktivitäten im österreichischen Klagenfurt, sondern auch Krawalle im überschaubaren Frankfurt (Oder), in jener Grenzstadt, wo es zwischen Deutschen und Polen richtig kracht, wenn es um das gegenseitige Kräftemessen geht.

Deutschlandfahnen überall, nicht nur an Autos...Wenn Deutschland kickt, dann sind alle beisammen. In Deutschland kann man zu Zeiten eines internationalen Fußballwettbewerbs das entdecken, was ein Großteil der Deutschen vermisst: Ein enges Verhältnis zur eigenen Nation, das Gefühl, nach Auschwitz endlich wieder Stolz sein zu dürfen. Umso angenehmer, wenn sich die angestaute Deutschtümelei im Kontext des Fußballwettbewerbs lösen darf, wenn sich Deutsche mit ihren deutschen Symbolen eindecken können, wenn sie die Nationalhymne als Fangesang singen können, ganz popig, locker und unverkrampft eben. Der eine Teil der Fans meint dann, Fußball sei keine Politik, der andere Teil sagt ganz unverhohlen, Deutschland hätte ja sowieso aus der Geschichte gelernt (die Umsetzung des Morgenthau-Plans wird damit aber nicht gemeint sein) und letzten Endes jubeln dann sowieso alle zusammen, egal ob politisch oder nicht. Dabei hat auch der gemeine Deutschlandfan eine Affinität zum Charakter des Nationalismus, ob er nun will oder nicht. Bei Spielen ist der Abgrenzungsprozess genauso vorhanden, wie er im Konstrukt Nation zu finden ist. Natürlich können Deutsche und Polen friedlich feiern, wer aber für wen jubelt, ist den Menschen im wahrsten Sinne des Wortes schon ins Gesicht geschrieben. Die eigene Identität wird aufgehoben, um in der Masse, im Kollektiv, die Erlösung beim gemeinsamen Torjubel zu finden. Egal ob deutsche Nation oder deutsche Fußballmannschaft, die Normalisierung des Verhältnisses zu ihnen bedeutet die Einforderung der Identifikation des Einzelnen mit der Masse. Um es auf den Punkt zu bringen: „Ich kenne keine Parteien mehr, ich kenne nur Deutsche“ ist nicht nur ein passendes Zitat von Wilhelm II., um die Deutschen für den 1. Weltkrieg einzuschwören, sondern könnte im übertragenen Sinne genauso von einem deutschen Fußballfan kommen, um die Gemeinschaft aller im Stadion gegen den Gegner zu propagieren, denn „Auf dem Weg ins Stadion können alle politischen Bedenken und Ängste getrost zu Hause gelassen werden und es wundert niemanden, wenn der Fanblock in einem Meer von Deutschlandfahnen versinkt. […] Denn im Stadion feiern Bundeskanzlerin und das restliche ‚Volk‘ gemeinschaftlich ihr Team.“, so in einem Text der Kampagne „Vorrundenaus“ aus dem Jahr 2006.

Deutsche GewaltDass es dann auch zu gewalttätigen Auseinandersetzungen kommt, bedarf keiner weiteren Erklärung. Die Identifikation mit dem Fußballteam wird auf die Straße und auf das politische Handeln übertragen. Zur Identifikation gehört die Ablehnung „der Anderen“ dazu, wie das Amen zur Kirche. Nazis schlagen zu, wenn Deutsche nicht für Deutschland jubeln oder suchen wie in Klagenfurt oder Frankfurt (Oder) die Auseinandersetzung mit gegnerischen, in diesem Fall polnischen Fans.
Damit sind zwar nicht alle deutschen Fußballfans gleich Nazis, aber von ihrem Aussehen und ihren Sprechgesängen sind sie im allerseltesten Fall zu unterscheiden. Der gemeine Fußballfan steht genauso im Schwarz-Rot-Goldenen-Jubelmob wie der Nazi und er brüllt im gleichen Moment mit ihm zusammen in voller Inbrunst das „Deutschland! Deutschland!“ heraus. Und damit ist die Toleranz da und die pogromartige Stimmung gegen alles Nicht-Deutsche geschaffen. Das hat bereits die Recherche-Gruppe Frankfurt (Oder) zur Fußball-WM eindrucksvoll dokumentiert:

„Im Rahmen der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft im Sommer 2006 in Deutschland kam es erneut zu mehreren Angriffen und schließlich am 30. Juni zu heftigen Krawallen in der Frankfurter Innenstadt, an denen sich FCV-Ultras beteiligten. Bereits kurz nach dem Viertelfinalspiel Deutschland-Argentinien griffen mehrere FCVler gegenüber der Kneipe ‚Hemingways‘ in der Logenstraße einen Fan des Argentinischen Teams an. Kurz vor 21.00 Uhr attackierten zahlreiche Deutschland-Fans Polizisten mit Feuerwerkskörpern und Flaschen in der Nähe der Kneipe ‚Movie‘. Erst um 23.00 Uhr beruhigte sich die Lage. Im Rahmen eines Interviews räumte ein Polizeisprecher im Oktober in der Märkischen Oderzeitung ein, dass die Anhänger von Viktoria ‚bei der WM in Frankfurt auch durch Randale und Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen aufgefallen sind‘. Nach der Halbfinalbegegnung gegen Italien kam es erneut zu Angriffen. Auf der Karl-Marx-Straße wurde ein PKW mit einer italienischen Flagge attackiert und beschädigt. Aus einer Gruppe von ca. 20 Personen waren die Parolen ‚Straße frei der deutschen Jugend‘, ‚Arbeit macht frei – Babelsberg 03′ und ‚Deutschland erwache‘ zu hören.“

FCV-Ultras sind Bestandteil der rechtsextremen Szene in Frankfurt (Oder)Unter FCV-Ultras sind rechtsextreme Fußballfans des FFC Viktoria Frankfurt (Oder) gemeint. Sie treten schon seit Jahren in der Stadt auf und sind bekannt für ihre rechtsextremen Umtriebe, sind sie doch fest verankert in der lokalen rechtsextremen Szene. So stellt die Recherche-Gruppe auch fest, dass Anhänger der FCV-Ultras an der Schändung des Gedenksteins der ehemaligen Synagoge am 9. November 2006 beteiligt waren: „Am Vortag hatten zeitweise bis zu 40 lokale Neonazis die Gedenkveranstaltung zum Jahrestag der Novemberpogrome im Jahr 1938 belagert und später am Mahnmal für die niedergebrannte Synagoge Kerzen und niedergelegte Kränze zerstört.“
Laut Berichten des Rundfunk Berlin-Brandenburg waren auch Anhänger der FCV-Nazi-Hools bei den gestrigen Krawallen auf der Stadtbrücke dabei. Auf der Jagd nach polnischen Fans waren Nazisprechchöre nicht zu überhören, Hitlergrüße wurden in die Kamera gestreckt. „Sieben Deutsche, die sich weigerten, den Ort zu verlassen, seien über Nacht in Gewahrsam genommen worden.“, berichtet Der Tagesspiegel.

Sollte Deutschland nicht in der Vorrunde ausscheiden, dürfte dies nur ein Vorgeschmack auf weitere deutsche Übergriffe sein. Das Gerede vom friedlichen Fußballfest ist eine Farce. Die gewalttätigen Täter_innen sind keine Randerscheinung, sondern inmitten der deutschen Fußballfans verankert. Die Angriffe auf Andere sind dem Deutschlandgefeiere immanent. Denn wenn wie 2006 zur Fußball-WM oder nun 2008 Sprechchöre wie das „Deutschland erwache“ zum Repertoire der Fußballfans gehören, dann wird die aggressive, nationalistische und antisemitische Bedeutung des Wettkampfes für einen Teil der Deutschen deutlich, welche vom anderen Teil der Deutschen durch Kleidungscode und gemeinsames Jubeln stillschweigend toleriert wird. Das „Deutschland erwache“ ist hierbei nur die eine Hälfte der gebrüllten Politik, wie Max Heilgemayr schon 1931 für den Verein zur Abwehr des Antisemitismus analysierte:

„Denn die Aufforderung ‚Deutschland erwache‘ ist ja nur der halbe Kriegsruf, nur der Vordersatz. Komplett wird die Parole erst durch den Nachsatz ‚Juda verrecke!‘. Und dieser Nachsatz ist für die primitiven Köpfe, aus denen sich die Partei Adolf Hitlers zu mindestens neun Zehnteln rekrutiert, der plastischere. Dass Deutschland erwachen soll, das klingt ja recht nett, aber doch etwas abstrakt. Man kann sich alles und nichts darunter vorstellen. Aber dass die Juden verrecken sollen, das ist eine Forderung, deren Inhalt und Wirkung auch dem größten Dummkopf plausibel gemacht werden kann, und dies um so leichter, je mehr zu der Dummheit noch der Anreiz tritt, die rohesten Instinkte austoben lassen zu dürfen und dadurch obendrein noch ein gutes nationales Werk zu tun. Denn in seiner Verbindung ‚Deutschland erwache, Juda verrecke!‘ bedeutet der Kampfruf der NSDAP ja doch, dass das Verrecken der Juden die unerläßliche Voraussetzung für das Erwachen, für den nationalen Wiederaufstieg Deutschlands bilde.“

Deutschlandfahnen gehören da hin, wo sie hingehören, ins Klo.Die antisemitische Tradition der Deutschtümelei darf nicht verdrängt werden. Es kann und darf daher keinen Jubel für das deutsche Fußballteam geben, Deutschlandfahne bleibt Deutschlandfahne, Nationalhymne bleibt Nationalhymne. Es gibt keinen unpolitischen Jubel mit nationalen Symbolen und es gibt keinen unpolitischen Jubel zusammen mit Antisemit_innen und Nationalist_innen. „Wer schweigt, stimmt zu.“, heißt es ganz richtig. Um ein „Wer jubelt, stimmt erst recht zu.“, muss dieser Satz beim Fußball ergänzt werden. Unpolitische Fußballfans sind Mittäter_innen.

Und was soll man nun mit den gewalttätigen Fußballfans machen? Aufklärung ist leicht daher gesagt, denn im Mob, beim gemeinsamen Jubel und Getöse, in der Masse, im Kollektiv, in der Verschmelzung des Einzelnen im Gesamten wird es Niemanden geben, der in einer aggressiven Atmosphäre auf den Pöbel einreden kann. Kommt es zum Extremfall wie auf der Oderbrücke in Frankfurt (Oder), muss deutlich gemacht werden, dass die Gewalt, die sie anderen Menschen androhen auch zuweilen gegen sie Verwendung finden kann. Oder um in den Worten Adornos zu enden: „Wo sie sich ernsthaft vorwagen bei antisemitischen Manifestationen, müssen die wirklich zur Verfügung stehenden Machtmittel ohne Sentimentalität angewandt werden, gar nicht aus Strafbedürfnis oder um sich an diesen Menschen zu rächen, sondern um ihnen zu zeigen, dass das einzige, was ihnen imponiert, nämlich wirklich gesellschaftliche Autorität, einstweilen denn doch gegen sie steht.“

Die extreme Rechte im Land Brandenburg

Wie vielleicht schon bekannt, werden im kommenden September in Brandenburg Kommunalwahlen stattfinden. Zu diesen wird unter anderem auch die rechtsextreme NPD antreten – nicht immer offen und als solche kenntlich; zum Teil verdeckt in Form von Bürgerinitiativen und dergleichen.

Aus diesem Grund möchten wir am kommenden Freitag, den 23. Mai zu einer Informationsveranstaltung im Rahmen der Kampagne „Keine Stimme den Nazis“ einladen. Organisiert durch [anspruch.gegenwirklichkeit] und unterstützt durch Die Linke.Viadrina, spricht ab 18 Uhr Herr Frank Metzger, Referent des apabiz e.V. Berlin, im Gräfin-Dönhoff-Gebäude, HS 08 der Europa-Universität Viadrina zum Thema „Die extreme Rechte im Land Brandenburg“.

Der Vortrag bietet Reflexionen darüber, wo Rechtsextremismus anfängt und wie er sich in Brandenburg äußert; darüber hinaus Fakten zum Grad
rechtsextremer Organisation sowie zur Verbreitung rechter Ideen in der Bevölkerung. In der anschließenden Diskussion kann zudem auf
rechtsradikale Phänomene im lokalen Kontext Frankfurts eingegangen werden.

Wir würden uns sehr freuen, könntet Ihr uns helfen den Termin weiter zu tragen. Wir freuen uns auf Euer Kommen!

* Vortrag und Diskussion: „Die extreme Rechte im Land Brandenburg“
* Freitag, 23. Mai 2008, 18 Uhr
* Europa-Universität Viadrina, Gräfin-Dönhoff-Gebäude, HS 08

Israel jewbilee week

60 Jahre IsraelDie Gruppe ISKRA feiert vom 1. bis 9. Mai das 60-jährige Bestehen Israels mit eigenen und mitorganisierten Veranstaltungen. Hier ein erster Überblick:

1.5. | Frankfurt (Oder) – Infostand beim Brückenfest
2./3.5. | Berlin – Internationale Irankonferenz, weitere Informationen hier
4.5. | Berlin – Podiumsdiskussion „60 Jahre Israel – Rückblick und Ausblick auf den jüdischen Staat“, weitere Informationen hier
8.5. | Frankfurt (Oder) – „63 Jahre Befreiung – 60 Jahre Israel“, Infostand mit Sektfrühstück, Brunnenplatz 10-13 Uhr
8.5. | Berlin – Israel-Tag
9.5. | Frankfurt (Oder) – „The Israel Jewbilee Party“ im Utopia mit „The Hebrew Hammer“, Musik, Party, Kuchen, Geschenke, Einlass ab 21:00 Uhr

Genauere Informationen werden noch folgen. Auch die Israelische Botschaft in Berlin bietet einen Überblick über weitere Veranstaltungen an.

Deutsche Bahn vermietet an Thor-Steinar-Shop

(INFORIOT) Zum 1. April dieser Woche ist das Frankfurter Bekleidungsgeschäft Nordic Company, das ausschließlich die als extrem rechts bekannte Modemarke Thor Steinar verkauft, in eine Immobilie der Deutschen Bahn AG am Vorplatz des Frankfurter Hauptbahnhofs umgezogen.

Zuvor befand sich das im September vergangenen Jahres eröffnete Geschäft (mehr) etwas Abseits des Stadtzentrums: In direkter Nähe zum Stadion des lokalen Verbandsligisten teilte das Unternehmen einen Komplex mit der Sportlerklause, einer Bar, die dafür bekannt ist, immer wieder rechte Kundschaft – namentlich aus dem Umfeld der lokalen Hooligan-Gruppierung FCV Ultras – beherbergt zu haben. Auch unter deren als gewaltbereit bekannten und neonazistisch orientierten Anhänger_innenschaft erfreut sich Thor Steinar größter Beliebtheit. Die Marke ist mittlerweile zum festen Bestandsteil im Stadtbild geworden.

Durch den Umzug kann die Nordic Company mehr als bisher mit Laufkundschaft rechnen. Es bleibt zu befürchten, dass durch den prominenten Platz der Immobilie auch Interesse und Akzeptanz unter den Bürger_innen der Stadt gegenüber der Nordic Company, ihrer Ware und Kundschaft zunehmen.

In den letzten Monaten stand Thor Steinar wegen Verstoß gegen das Markenrecht im Rampenlicht der Öffentlichkeit. Zudem sind und waren Geschäfte, die das Label verkaufen von der Kündigung bestehender Mietverhältnisse bedroht. Was die Bahn dazu veranlasst haben könnte, ihre Liegenschaft an einen rechten Szene-Laden zu vermieten, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar.

Widerstand im Nationalsozialismus – eine Veranstaltungsreihe

jüdischer widerstand(iskra) Vom 25.01. bis 10.02.2008 finden in Frankfurt (Oder) an verschiedenen Veranstaltungsorten die Aktions- und Bildungswochenenden mit dem Thema „Widerstand im Nationalsozialismus“ statt. Schwerpunkte der Veranstaltungen werden u.a. sein: Frauen im Widerstand, Jüdischer Widerstand und Partisanen im Kampf gegen Hitler. Es wird Vorträge, ZeitzeugInnengespräche und eine Bildungsfahrt ins Frauen-KZ Ravensbrück geben. Ziel der Aktions- und Bildungswochenenden soll es sein interessierten Menschen einen Einblick zu geben in den Kampf gegen die Nazis, die nicht von regulären Truppen geführt wurde, sondern von einem Teil der einfachen Bevölkerung, die zumeist selber Opfer wurden. Dabei sollen vor allem Fragen und Missverständnisse gelöst werden. Die Veranstaltungen, wie auch die Bildungsfahrt werden für alle TeilnehmerInnen kostenfrei sein. Das ganze wird veranstaltet vom Utopia e. V. und der autonomen antifa frankfurt (oder)

Anmeldung zur Bildungsfahrt – Fragen – Anregungen unter: aktionswochen2008_widerstand@web.de

Hier der Veranstaltungsplan:

Freitag: 25. Januar 19h – Haus der Künste (Lindenstrasse 7, Frankfurt/Oder) Eröffnungstag – Film: Frankreichs fremde Patrioten – Deutsche in der Resistancé + Vokü

Samstag: 26. Januar 18h – Kontaktladen (Berliner Strasse 24, Frankfurt/Oder) Hans Koppi erzählt über die Geschichte der „Roten Kapelle“

Freitag: 01. Februar 19h – Auditorium Maxium (Uni Gr. Oderstrasse, Frankfurt/Oder) Film: „Anna, ich hab Angst um dich“

Samstag: 02. Februar 14h – Haus der Künste (Lindenstrasse 7, Frankfurt/Oder) Zeitzeuginnengespräch mit der österr. Widerstandskämpferin und KZ-Ravensbrück-Überlebende Elisabeth Jaeger

Sonntag: 03.Februar 10h Bildungsfahrt zum Frauen-KZ Ravensbrück (weitere Infos nach der Anmeldung)

Freitag: 08. Februar 19h – Theater im Schuppen (Frankfurt/Oder) Infoveranstaltung: „Partisanen im Kampf für die Befreiung“

Sonntag: 10.Februar 18h – Jüdisches Gemeindehaus (Halbe Stadt 30, Frankfurt/Oder) Infoveranstaltung: Jüdischer Widerstand, im Anschluss Film

Quelle: Autonome Antifa Fankfurt/Oder

Europa tusch-tata!! Statt feiern lieber Reisefreiheit für alle ohne Datenerfassung!

Europa ganz niedlich(NY) Seit wenigen Tagen sind die Grenzkontrollen zwischen Deutschland, Polen und Tschechien passé. Die „kriminellen Elemente“, die „Gauner“ und „Banditen“, die vielen „Terroristen“ fallen tumultartig in Deutschland ein. Währenddessen stehen die Grenzhäuschen an der Oderbrücke zwischen Frankfurt (Oder) und Slubice verlassen da. Wer von Polen nach Frankfurt (Oder) kommt, hat den Eindruck eine Geisterstadt vor sich zu haben.

In der Kommunalpolitik trifft das Ende der Passkontrollen auf Zustimmung. Der Asta der Europauniversität Viadrina sieht mit dem „Beitritt Polens zum Schengener Abkommen eine deutliche Verbesserung für das Zusammenwachsen des studentischen und städtischen Lebens auf beiden Seiten der Oder“. Die Einstellung der Grenzkontrollen sei eine Erleichterung für Student_innen, außerdem diene es „der Vorbeugung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.“
Die Junge Union begrüßt ebenfalls das Ende der Grenzkontrollen und war sogar mit einem Infostand bei den Feierlichkeiten in der Nacht zum 21.12.2007 auf der Oderbrücke präsent, bei dem es aber leider keine kostenlosen Kondome wie noch zum Welt-Aids-Tag gab. Außerdem distanzierte sie sich gegen die Stellung der GdP, welche einen Anstieg von Kriminalität mit dem Ende der Kontrollen kommen sah, in einer Erklärung, in der es u.a. hieß: „Es entsteht der Eindruck, als ob die Bundespolizisten […] hier unnötige und unbegründete Ängste in der Bevölkerung schüren, nur um eigene Interesse durchzusetzen.“
Oberbürgermeister Martin Patzelt (CDU) sieht mit dem Zusammenwachsen Europas neue Möglichkeiten. So Patzelt im Tagesspiegel: „Ich möchte gern einen neuen Anlauf für eine regelmäßige Buslinie nach Slubice wagen, nachdem die Einwohner vor zwei Jahren eine grenzüberschreitende Straßenbahn abgelehnt hatten.“

Es steht vollkommen außer Frage, dass das Ende der Grenzkontrollen eine großartige Sache ist. Während man vor 20 Jahren zweimal seinen Pass zwischen West-Berlin und Hamburg vorzeigen musste, ist es nun möglich von Island quer durch Europa bis nach Malta zu reisen, ohne auf Grenzkontrollen zu stoßen. Es darf aber nicht vergessen werden, dass das Ende der Grenzkontrollen noch längst nicht die kulturelle Zusammenarbeit befördert. Dafür müssen die Grenzen innerhalb der Köpfe der Menschen eingerissen werden – dafür müssen antipolnische Vorurteile beseitigt werden und dafür muss Polen für Deutsche mehr sein als ein billiger Supermarkt für Zigaretten und Benzin.

Reisefreiheit ist nicht gleich Reisefreiheit - Ein riesieger Zaun grenzt Europa von Marokko abUnd was bei der Betrachtung und dem gesamten Europahype bezüglich der Erweiterung des Schengen-Raumes vollkommen außer acht gelassen wird, ist die nun noch intensivere Abschottung Europas gegenüber Drittstaaten vor allem an den neuen Außengrenzen im Osten – damit verbunden ist die Verschärfung der Einreisebedingungen und eine Intensivierung der Datenerfassung. „Nicht zuletzt bedeutet eine der Voraussetzungen für den Wegfall der Grenzkontrollen, das Schengener Informationssystem zur Erfassung von Millionen Menschen in einer Datenbank, einen schweren Eingriff in die Persönlichkeitsrechte jeder Bürgerin und jedes Bürgers.“, so Sascha Wagener, Mitglied im Vorstand von Die Linke.

Bevor also angestoßen und gefeiert werden kann, muss die Festung Europa verschwinden und eine wirkliche Reisefreiheit geschaffen werden. Eine Reisefreiheit, die mit einem Bleiberecht für alle einhergeht. Diese Freiheiten dürfen auch nicht mit der millionenfachen Datenerfassung von Bürger_innen verbunden werden. Die Abschaffung der Grenzkontrollen kann deshalb nur als Anfang angesehen werden.

Antira-Soccer-Cup 2007 am 15.Dezember in Frankfurt (Oder)

(iskra) Zum ersten Mal laden die Antifa Frankfurt (Oder) und der Verein Utopia e.V. am Samstag den 15.Dezember in die Oderstadt zum Antirasoccercup ein. Wir wollen mit all denen einen netten Tag verleben, deren Alltag im ImmigrantInnenheim zu eintönig ist, die gern Fussball spielen oder sehen ohne sich ständig über rassistische und sexistische Pöbeleien aufregen zu müssen, die Lust haben sich mit anderen engagierten Antifas und Antiras aus der Region auszutauschen oder die einfach nur nen entspannten Tag unter FreundInnen verbringen möchten.

Gespielt wird ab 15.00 Uhr in der Sporthalle am Botanischen Garten. Eine Anfahrtskizze schicken wir euch gern auf Anfrage zu. Wenn ihr als Team anreisen wollt, solltet ihr 5 SpielerInnen und einen Teilnahmebeitrag von einem Euro pro Person mitbringen. Wasser gibt es kostenlos. Für eine Vokü und nette Musik wird gesorgt sein.

Anmelden könnt ihr euch unter der Mailadresse antirasoccercup07@web.de. Wenn ihr Plakte haben wollt schreibt dies bitte mit in die Mail!

Ab 21.30 Uhr wird es im Forst- Haus eine Aftershowparty geben. Dort gibt es Musik aus der Konserve zum entspannen.

Wir hoffen ihr habt an dem Tag noch ne Lücke und kommt gern. Unsere Vorfreude ist jedenfalls groß.

Euer Utopia e.V. in Kooperation mit der Antifa Frankfurt (Oder).

Jugendpartizipation und Migration

(iskra) ViaMUN lädt zur Konferenz „Jugendpartizipation und Migration“ ein, bei der Jugendliche von ihrem Besuch der UN in New York berichten werden. Zudem soll über die Frage diskutiert werden, wie sich Jugendliche speziell mit Migrationshintergrund politisch einbringen können. Außerdem werden sich Building Bridges, ein israelisch, deutsch, polnisches Jugendprojekt, und Young Approach, ein Entwicklungszusammenarbeitsprojekt mit Jugendlichen in palästinensischen Flüchtlingslagern, vorstellen. Ziel ist es, eine Länder übergreifende Zusammenarbeit zwischen jungen Menschen zu ermöglichen, um ein besseres Verständnis füreinander und ein kritisches Denken zu entwickeln.

Die Veranstaltung findet am 11.12.2007 ab um 11 Uhr in der Aula des Friedrichsgymnasium (Gubener Straße 13a, 15230 Frankfurt a.d.O.) statt.

Plakat zur Veranstaltung
Mehr über ViaMUN

Soliparty im Stadtwappen

(iskra) Es wird zur Soliparty mit Drum and Bass für Utopia e.V. eingeladen. Der Gewinn kommt der Begleichung von Mietschulden zu Gute.

Samstag (24.11.07) | 21:00 Uhr | Stadtwappen (Fürstenwalder Straße, Haltestelle Kantstraße)
DJ Selectaschulz and friends | 4 Euro and one free drink


Gruppe ISKRA stellt das Buch Plädoyer für Israel vor