Neonazis in Nadelstreifen. Die NPD auf dem Weg in die Mitte der Gesellschaft « [Gruppe ISKRA] ::: Die Vernichtung des Nazismus mit all seinen Wurzeln ist unsere Losung.

Neonazis in Nadelstreifen. Die NPD auf dem Weg in die Mitte der Gesellschaft

(iskra) An dieser Stelle dokumentieren wir einen Veranstaltungshinweis für den 19. November. Die Lesung beginnt um 18 Uhr in der Europa-Universität Viadrina, Audimax Raum AM 03, Logenstr. 2, Frankfurt (Oder).

Gegen die NPD! „Es lesen Andrea Röpke und Andreas Speit aus dem im Ch. Links Verlag erschienen Aufsatzsammlung ‚Neonazis in Nadelstreifen. Die NPD auf dem Weg in die Mitte der Gesellschaft‘. Die beiden ausgewiesen Rechtsextremismusexperten, die sich seit Jahren mit der Entwicklung der rechtsextremistischen Szene beschäftigen, ermöglichen einen tiefen Einblick in die Entwicklung in den deutschen Rechtsextremismus. Im Zentrum steht hierbei die NPD, die angetreten ist verschiedene Strömungen zu bündeln und vielfältige Wahlerfolge in den vergangenen Jahren verzeichnen konnte.

Die NPD hat in den letzten Jahren nicht nur ihre Mitgliederzahl auf 7.200 verdoppeln können, sie hat sich auch zu einem »Gravitationsfeld« der rechten Szene entwickelt. Ihr Erfolg in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen hat den Wandel der Partei beschleunigt, aber auch die neue Strategie geht anscheinend auf. Die NPD ist dabei, einen Imagewandel zu vollziehen. Sie will bürgernah und jugendgemäß erscheinen, setzt auf Professionalisierung und Modernisierung der Partei, praktiziert eine veränderte Bündnispolitik sowie eine gezielte Einbindung rechter Milieus und hat verstärkt soziale und regionale Themen auf der Agenda.

Sozial, national, radikal – das ist der Dreiklang, mit dem die NPD populistisch auf Stimmenfang geht. Intellektuelle »Neue Rechte«, rhetorisch geschult, statten sie mit Programmen und Argumenten aus. Kommunalpolitische Aktivitäten und gemeinnütziges Engagement der Mitglieder sollen die Ausgrenzung unterlaufen und gesellschaftliche Akzeptanz schaffen.

Ohne einen Blick in die verdeckten Strukturen der Partei sind die strategischen Veränderungen der letzten Jahre nicht zu verstehen. Die Autoren dieses Bandes – alle ausgewiesene Kenner der extrem rechten Szene – legen diese Strukturen offen. Andreas Speit schaut sich die neue Generation der Kader an, betrachtet die parlamentarische Arbeit der NPD, Wahlkampfstrategien und das Netzwerk der Unterstützer. Andrea Röpke geht in ihrem Beitrag der Frage der Finanzierung der NPD nach, benennt Hintermänner und finanzkräftige Sponsoren, legt Immobiliengeschäfte offen und beschreibt den Aufbau eigener Wirtschaftsnetzwerke.
Kaum zu übersehen ist, dass immer mehr Frauen und Mädchen rechte Politik aktiv mitgestalten. 2006 wurde der Ring nationaler Frauen gegründet. Was es damit auf sich hat, schildern die Autoren Röpke und Speit.
Doch nicht nur die Frauen, ganze Familien der Kameraden sollen in die politische Arbeit eingebunden werden. Die Heimattreue Deutsche Jugend, die im Stil der verbotenen Wiking-Jugend arbeitet, agiert bundesweit und bietet Lager und Schulungen für Kinder und Jugendliche an.
Über den Schulterschluss der NPD mit der Rechtsrock-Szene schreiben Christian Dornbusch und Jan Raabe, Robert Andreasch hat die Entwicklung der NPD in Bayern verfolgt, und Thomas Niehoff berichtet von rechten Gewalttaten, schlampig geführten Ermittlungen und über die Arbeit von Opferberatungsstellen und Präventionseinrichtungen.

Andrea Röpke und Andreas Speit, die bereits 2004 das Buch »Braune Kameradschaften – Die neuen Netzwerke der militanten Neonazis« vorlegten, gehören zu den wenigen Journalisten, die verdeckt auch immer wieder innerhalb der Szene recherchiert haben, sie waren Drohungen und tätlichen Angriffen ausgesetzt. Sie haben so aber auch eine unübertroffene Kenntnis von internen Vorgängen in der NPD und scheuen sich nicht, Täter, Unterstützer und Sympathisanten beim Namen zu nennen.“



Gruppe ISKRA stellt das Buch Plädoyer für Israel vor