Stadt, Land, Fluss… – Visionen für ein schönes Leben am Arsch der Welt « [Gruppe ISKRA] ::: Die Vernichtung des Nazismus mit all seinen Wurzeln ist unsere Losung.

Stadt, Land, Fluss… – Visionen für ein schönes Leben am Arsch der Welt

*Stadt_Land_Fluß...1* Stadt *
„This city is out of control, you better burn this city!“ Städte schrumpfen, Städte wachsen. Alles normal? Mega-Citys, also Städte mit mehr als 15Mio Einwohnern, gibt es erst seit dem 20. Jahrhundert. Während Städte mit Arbeitplätzen unaufhörlich wachsen, verfallen Städte und Regionen, die der Profitabilität des kapitalistischen Wirtschaftssystems nicht genügen. Regionen werden abgehängt und im Fokus von Regierungsbilanzen stehen Prosperierende Regionen. „Kampf um die Köpfe“ heißt: Berlin gegen Frankfurt und Heidelberg gegen Greifswald. Welche Stadt muss Einwohner verlieren, damit eine andere mehr Einwohner bekommt?! Trotz magerer Wachstumsprognosen hoffen alle Regionen Wachstumsstandort werden zu können. Die Stadt als sozialer Raum verkommt im Wettbewerb um den besten Standort mit den billigsten Arbeitskräften. Die Stadt als Lebensraum muss zurück erobert werden. Demokratie fängt da an, wo Menschen leben.

2* Land **
Spätestens seit Rainald Grebe, der sich „ausgebrandenburgt“ fühlt, ist die Peripherisierung in Flächenländern kein Geheimnis mehr. Gemeint ist damit die zunehmende Konzentration von Menschen in Großstädten und den umliegenden Randgebieten. Dass Wölfe und Braunbären wieder ein Zuhause finden, ist nicht nur in Bayern Realität. Bruno der Braunbär wurde abgeknallt, obwohl es immer mehr Freiflächen in ländlichen Regionen gibt, die bald schon Safariparkatmosphäre annehmen könnten. Ländliche Gebiete werden trotzdem immer mehr sich selbst überlassen. Dieser Widerspruch ist für uns jedoch kein Zufall. Wir streiten für die Angleichung der Lebensverhältnisse überall. Menschen in der Uckermark sind genauso viel Wert wie diejenigen in München oder Dresden.

3* Fluss ***
Nichts scheint im Fluss zu sein, wenn es um den demografischen Wandel geht. Ganz besonders arg trifft es Regionen mit hoher Arbeitslosigkeit. Junge Menschen wandern ab und zurück bleiben Arbeitslose und Rentner_innen. Migration gab es zwar schon bei den Neandertalern. Da entschied aber im Gegensatz zu heute nicht die Hautfarbe, Herkunft oder Nationalität über die Erlaubnis, sich für einen neuen Lebensmittelpunkt entscheiden zu dürfen. Heute gibt es weltweit schätzungsweise 190 Millionen Arbeitsmigrant_innen. Sprüche wie: „Montagmorgen rückt ganz Europa nach Westen“ , treffen kaum mehr auf Verwunderung. Menschen ziehen wie Karawanen der Arbeit hinterher. Die Hast nach Arbeit und Geld rückt alle Bedürfnisse in den Hintergrund. Die Bedürfnisse der Menschen ebenso, wie die unserer Umwelt. Damit lässt sich kein gutes Klima machen – weder im Job, noch in der Liebe und schon gar nicht für die Ozonschicht!

4* Beruf ****
Call Center Agent versus Mutti; Food Designer_in versus Landwirt, Arbeitslose_r versus Projektmanager_in.
So komisch diese Tragik erscheinen mag, kaum eine_r wird noch das, was sie_er werden will. Wer überhaupt noch eine Ausbildung bekommt, hat „Glück“ . Danach warten stupide Berufe der modernen Industriegesellschaft auf uns. Die Frage: „Was willst du werden?“ ist da für sich genommen schon ein Witz! „Wir können alles machen genau wie die tollen, dressierten Affen, wir müssen nur wollen.“ Der Berufsethos gehört auf den Müll, auch wenn es ausreichend 9 to 5 Jobs für alle gäbe. Arbeit soll kein Land regieren. Neben der Umverteilung von Arbeit gehört deshalb auch die Diskussion über die Einführung eines Grundeinkommen versus Grundsicherung auf die Agenda. Die freie Entfaltung Aller ist unser Ziel!

5* Hobby *****
„Mir ist so lang, langweilig- lang, langweilig!“ Nix zu tun? Einöde? Zwischen Industrieruinen und Shoppingmalls. Was braucht der Mensch zum Leben? Schule machen und dann weg. Und wer bleibt? Niemand. Städte sterben mit den Menschen, die gehen.
Während der Eintritt im Schwimmbad in Essen zu teuer ist, gibt es in Wolfen nicht mal mehr eins. Der freie Zugang zu Kultur und Bildung ist ein Grundrecht. Wer garantiert dieses, wenn negative öffentliche Kassen gerade mal die Müllabfuhr gewährleisten können? Kriminelle Ausländer werden von der CDU zu offiziellen Sündenböcken erklärt, während sich die Kleinkriminalität vielerorts, als einziges Hobby und zudem noch lukratives Hobby, in allen Gesellschaftsschichten durchsetzt. Die bedingungslose Teilhabe an Grund- und Menschenrechten ist keine Standortfrage!

6* Ideen ******
Politik muss Antworten auf gesellschaftliche Fragen finden. Welche Antworten haben wir? Ob Internationaler Großflughafen oder Spielplatz. Wie gestalten wir soziale Stadtpolitik mit den Menschen? Bürger_innenbeteiligung ist schnell gesagt und oft schwer getan. Ein Sozialticket für Brandenburg? Hinzugsprämie oder Wegzugsprämie? Wie kann „Ghettoisierung“ verhindert werden? Wäre die Einführung einer Bodenwertschöpfungsabgabe für den Verkauf öffentlicher Flächen an private Investoren eine Rettung vor dem Ausverkauf und eine Chance leere Haushaltskassen wieder aufzufüllen? Und wohin mit den Menschen? Das Recht auf Wohnen muss im Grundgesetz verankert werden.


Stadt, Land, Fluß… – Visionen für ein schönes Leben am Arsch der Welt
Seminar über Partizipation, Demokratie und schönes Leben in der Peripherie

23.08.2008 | ab 14.30 Uhr
Utopia e.V. | Berliner Straße 24
Voranmeldung über Kontakt wäre toll

Nazis ausgeschlossen!


5 Antworten auf “Stadt, Land, Fluss… – Visionen für ein schönes Leben am Arsch der Welt”


  1. 1 katalin gennburg 13. August 2008 um 21:28 Uhr

    YEAH!
    Klingt großartig.
    Ich werde definitiv da sein ;)

    Sehr zu empfehlen…

  2. 2 Benjamin 14. August 2008 um 9:44 Uhr

    jo, hört sich gut an!

  3. 3 jaegerzaun 01. September 2008 um 14:20 Uhr

    gibt es abschließend einen reader oder sogar mitschnitte? ich wäre begeistert. liebe grüße

  4. 4 Sebastian 06. September 2008 um 10:29 Uhr

    Hahaha!

    Erinnert mich stark an eine Postkarte, die ich vor kurzem in Eisenhüttenstadt verteilt hatte:
    http://www.sebastianruehl.de/blog/?p=62

    Ein interessantes Thema, welches gern aus patriotismusblindheit totgeschwiegen wird.

  5. 5 Nadja Grußkarten 04. Mai 2010 um 15:18 Uhr

    Toll! Echt super Artikel! Hört sich auf jeden Fall nach nem Plan an!!!! =)

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