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LAK Shalom Brandenburg gegründet

LAK Shalom Brandenburg(iskra) Sozusagen zum 60. Geburtstag Israels haben Brandenburger Genoss_innen den LAK Shalom Brandenburg gegründet. Dieser LAK ist nach Berlin der zweite Arbeitskreis auf Landesebene. Außerdem sind LAK-Gründungen in Hamburg und Sachsen geplant. An dieser Stelle dokumentieren wir die Gründungserklärung des LAK Shalom Brandenburg. Auch möchten wir auf den Blog des Arbeitskreises verweisen.

„Wenn wir heute es nicht tun, werden wir es nie tun.“
(David Ben Gurion)

Anfang Mai dieses Jahres fallen zwei wichtige Ereignisse aufeinander. Es ist zum Einen der Sieg der Anti-Hitler-Koalition über das nationalsozialistische Deutschland vor 63 Jahren und zum Anderen die Gründung des Staates Israel vor 60 Jahren.

Ein zentrales Ziel der Nationalsozialisten war es, das gesamte Judentum Europas auszulöschen. Erst mit dem Sieg der Alliierten konnte dieser Vernichtungskrieg endgültig gestoppt werden. Für die wenigen jüdischen Überlebenden gab es oftmals nur eine Hoffnung: Der neue Staat Israel, der sie zukünftig vor antisemitischen Übergriffen schützen sollte. Während die Deutschen die Trümmer ihres Weltkriegs-Verbrechen wegschaufeln, erklären mutige Menschen in Tel Aviv die Gründung Israels. Deshalb stehen beide Ereignisse in enger Verbindung zueinander. „Wer von Israel spricht, darf von der Massenvernichtung der europäischen Juden nicht schweigen.” (Detlev Claussen)

Mit der Gründung Israels ist der Antisemitismus aber nicht verschwunden – ganz im Gegenteil, er ist fester Bestandteil regressiver Ideologien und in allen gesellschaftlichen Schichten zu finden. Seine neue Ausprägung besteht u.a. in der Form des sekundären Antisemitismus, also als Antisemitismus nicht trotz, sondern wegen Auschwitz.

Es ist nicht verwunderlich, dass auch Brandenburg bekannt ist für eine Vielzahl von antisemitischen Übergriffen. Am Abend des 9. November 2006 kam es zur Schändung des Gedenksteins der jüdischen Synagoge in Frankfurt (Oder). Rechtsextremist_innen griffen die Teilnehmer_innen der „Judenveranstaltung“ an. Traurig ist, dass dieser Gedenkstein jede Woche geschändet wird, doch nur zum Gedenktag an die Pogromnacht wurde diese Tatsache auch wirklich registriert.
Ähnliches ist aus der Brandenburger Stadt Forst zu berichten. Zwischen 2006 und 2007 wurde mehrmals der Gedenkstein der ehemaligen Synagoge geschändet.

Allzu oft werden diese Taten als „Dummheiten“ oder „Streiche“ abgestempelt. Diese Ansicht verkennt aber, dass der Antisemitismus nicht nur Ablehnung gegenüber allem Jüdischen ist, sondern ein Weltbild darstellt, welches einfache Antworten auf schwierige Fragen anbietet.
Zentral im Antisemitismus ist die Erklärung der modernen kapitalistischen Weltökonomie. Diese wird nicht als ein sich subjektlos vollziehender Prozess gesehen, sondern als ein von bösen Menschen gezielt durchgesetztes Ausbeutungsprojekt.
Nach demselben Muster erklärt der Antisemitismus den zweiten wichtigen Bereich der modernen Gesellschaft: die Politik, den modernen Staat, den demokratischen Widerstreit, unterschiedliche und gegensätzliche Interessen sowie die Entwicklung des Kommunismus. Politiker werden angeblich gekauft, um Presse und Wirtschaft zu manipulieren.
Hier setzt auch der dritte Punkt an: Für alle Phänomene der modernen Gesellschaft seien die Juden verantwortlich: für die Auflösung traditioneller Autoritäts-, Familien- und Geschlechterbeziehungen, für die radikale Infragestellung von allen althergebrachten Normen, für moderne, abstrakte Kunst, für die Massenkultur, für die Frauenemanzipation, für Verstädterung und Psychoanalyse.

Dies sollen nur drei genannte Punkte sein. Aber wie bereits oben beschrieben, sind eine Vielzahl von Merkmalen des Antisemitismus entstanden. Dazu zählt die Tatsache, dass auch die politische Linke nicht immun gegen Antisemitismus ist und eine Form des linken Antisemitismus entwickelt hat.

Wenn in diesem Mai gefeiert und erinnert wird, dann darf nie vergessen werden, dass es heute noch einen Kampf gegen die antisemitische Ideologie zu führen gilt, damit „Auschwitz nicht sich wiederhole, nichts Ähnliches geschehe.” (Theodor W. Adorno)

Genau deshalb erklären wir Sozialist_innen und Kommunist_innen der Linksjugend [’solid] Brandenburg die Gründung des LAK Shalom Brandenburg, welcher innerhalb des Landesverbandes eine Plattform gegen Antisemitismus, Antizionismus, Antiamerikanismus und regressiven Antikapitalismus bilden soll.

Frankfurt (Oder) | 9.5.2008


8 Antworten auf “LAK Shalom Brandenburg gegründet”


  1. 1 Der Koch 12. Mai 2008 um 3:19 Uhr

    Israel ist doof.

  2. 2 NY 12. Mai 2008 um 14:51 Uhr

    ja, sehr eindrucksvoll vorgetragene kritik! bravo!

  3. 3 abdel kader 12. Mai 2008 um 19:47 Uhr

    Für alle Phänomene der modernen Gesellschaft seien die Juden verantwortlich: (…) für moderne, abstrakte Kunst (…) und Psychoanalyse.

    Ich glaube kaum, dass der Antisemitismus, den man in Deutschland vorfindet, so aussieht.

    Vielleicht ist das eine Projektion: von euch positiv wahrgenommene Dinge werden in die antisemitische Ideologie hineingelesen.

  4. 4 patrick maxwell 25. Mai 2008 um 9:47 Uhr

    hier mein kommentar zur erklärung des bak shalom zur gysi rede.

    kommentar

    ” das heilige land gehört allen menschen, die dort leben wollten und wollen – ohne andere zu töten. nach m. wolffsohn

    werte damen und herren,

    so wichtig die rede von gregor gysi zur positionsbestimmung der linken zu palästina/ israel auch ist, was ihr hier macht ist mehr als kontraproduktiv.

    wobei kontraproduktiv noch ein euphemismus ist. es grenzt eher an pure demagogie, von den inhaltlichen fehlern ganz zu schweigen.

    zu den inhaltlichen fehlern:

    1. der un – teilungsplan sah vor, dass 56 % des landes der jüdischen bevölkerung, die zu diesem zeitpunkt 1/3 der gesamtbevölkerung ausmachten zufiel.
    wie kommt ihr nur auf eure zahlen???
    2. das flüchtlingsproblem ist und bleibt bis zu seiner lösung DAS hauptproblem. aus welchen gründen die arabische bevölkerung ihr land verliess ist sekundär. der punkt ist, dass ihnen die rückkkehr an ihre heimatorte verwehrt wurde und immer noch wird.
    dazu korrellierend – die rückgabe des durch israelischen gesetz
    ( Absentee Property Law, 1950 ) enteigneten paläsinensischen besitzes
    3. der vergleich shoa und nakbah mag uns vielleicht als nicht angebracht erscheinen, aber wir dürfen in diesem zusammenhang nicht vergessen, dass der holokaust in europa stattfand. gysi hat diesen punkt sehr klar herausgearbeitet.

    nun zur polemik:

    offen gesagt halte ich wenig von eurem versuch die geschichte zu instrumentalisieren. dazu noch offensichtlich parteilich.
    eher finde ich es schade, ein solches unreflektiertes machwerk hier lesen zu müssen.
    an dieser stelle empfehle ich allen interessierten die texte von uri avnery auf http://www.uri-avnery.de
    zum vorwurf das anti-zionismus = anti-semitismus.
    wie kann ich ehrlichen herzens meine zustimmung geben, wo sätze wie dieser stehen: ” Für Europa würden wir dort ein Stück des Walles gegen Asien bilden, wir würden den Vorpostendienst der Kultur gegen die Barbarei besorgen. ” herzl, der judenstaat
    sollte die diskussion über den zionismus und seine ausprägungen ( siehe dazu auch gysi`s rede ) als anti-semitismus auslegt und diffamiert werden, dann soll es wohl so sein. es wird aber nichts an der brisanz des themas und der aktuellen menschlichen und politischen problematik ändern.
    gerade den generationen nach dem holokaust kommt die verantwortung zu ” nie wieder ein gleiches ” zuzulassen. egal wer. egal wo. egal warum.

    patrick maxwell

    p.s.: mir fiel auch auf, dass ihr ja auch gegen den anti-amerikanismus sein wollt, ohne jedoch auf eurer homepage EINEN grund nennt, für amerika zu sein?

  5. 5 NY 30. Mai 2008 um 11:48 Uhr

    schön max, wir sind aber nicht der bak shalom und auch nicht der lak shalom. die gründungserklärung wird ich nur dokumentiert.

  6. 6 patrick maxwell 11. Juni 2008 um 23:36 Uhr

    hallo ny,

    heisst das damit, dass der inhalt nicht mit der meinung der ISKRA übereinstimmt???

    sorry, mein fehler, eigentlich war das mein kommentar zu dem beitrag “ 60 jahre israel “ den die ISKRA am 16.5.2008 auf der homepage des bak veröffentlichte.

    deswegen habe ich hier den gleichen beitrag wie auf der bak shalom seite ( der übrigens immer noch NICHT geposted wurde ) gesendet.

    was denkst du über den kommentar? woher habt ihr denn die zahlen des un – teilungsplans her? wann genau bat israel um entschuldigung für deir yassin? und, was ist eure kritik ( nicht ressentiment ) an israel?

    es würde mich über antwort freuen.

    patrick maxwell

  7. 7 NY 19. Juni 2008 um 23:00 Uhr

    über solche fragen können wir gerne diskutieren, aber ich halte diese kommentarfunktion dafür für unpassend. vorschläge?

  8. 8 patrick maxwell 24. Juni 2008 um 1:37 Uhr

    hallo ny,

    stimmt, dieser platz ist grundsätzlich nicht so gut für diskussionen geeignet.
    da die iskra in ffo sitzt, ich in berlin bin, schlage ich einen x-beliebigen tag in berlin vor.
    meine e-mail adresse: clement@email.de. zur kurzfristigen terminierung werde ich dir nach erhalt deiner mail, meine telefonnummer übermitteln.

    patrick m.

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